Phoenix Rising Catahoulas | Der „Merle“ Faktor
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Der „Merle“ Faktor

Der „Merle“ Faktor

Genotyp ist nicht gleich Phänotyp!

 

Die Fellfarbe „Merle“

Die Fellfarbe Merle zeichnet sich durch eine charakteristische Fellscheckung aus, wobei Flecken von verdünntem Farbpigment zusammen mit Arealen voller Pigmentierung vorhanden sind. Das für die Merle-Färbung verantwortliche Gen bewirkt also eine Farbverdünnung der normalerweise vorhandenen Farbe. Aber anders als bei anderen Farbverdünnungsgenen ist der Effekt nicht auf das gesamte Fell verteilt, sondern findet sich nur in Flecken, die über den ganzen Körper verteilt sein können. Merle hat auch einen Einfluss auf die Augenfarbe. Merle-gefärbte Tiere können einfarbig braune, einfarbig blaue oder gemischtfarbige Augen (ein blaues und ein braunes Auge oder beide Farben in einem Auge) haben.

 

Ursache

Merle wird durch eine Genveränderung im Silver-Gen (SILV, Pmel17) verursacht. Dabei handelt sich um ein mobiles genetisches Element (Retrotransposon), das in das SILV-Gen integriert vorliegt und so dessen Funktion stört. Das für die Merle-Färbung verantwortliche defekte SILV-Gen wird mit M abgekürzt, während das normale SILV-Gen mit m abgekürzt wird. Die typische Merle-Fellfarbe entsteht in Tieren, die das mutierte SILV-Gen heterozygot (mischerbig) tragen (Mm). Das defekte SILV-Gen (M) weist einen unvollkommen dominanten Erbgang auf.

 

Gesundheitliche Folgen

Tiere, die das mutierte SILV-Gen reinerbig tragen (MM, double Merle), sind hauptsächlich weiß gefärbt und können schwere Fehlbildungen des Innenohres aufweisen, die zur Schwerhörigkeit oder Taubheit führen. Zusätzlich können Fehlbildungen des Auges auftreten, sowie Anomalien des Reproduktionstraktes, des Skeletts und Herzens. Um diese Defekte zu verhindern, sind Merle x Merle Kreuzungen zu vermeiden. In Tieren, die e/e am E-Lokus (MC1R) tragen, wird Merle nicht ausgeprägt. Kreuzungen von Merle- Tieren mit nicht auf Merle-getesteten e/e Tieren (Fellfarbe clear red) sollten also auch vermieden werden. Das gleiche gilt für Fellfarben, in denen Merle schwer zu identifizieren ist wie z.B. fawn, cream, dapple und light sable.

 

Kryptisches Merle

Obwohl selten, kann ein Hund selbst die Merle-Färbung nicht aufweisen, aber doch die genetische Anlage für Merle tragen und dann auch Merle Nachkommen produzieren. Solche Tiere werden als kryptische Merle Tiere bezeichnet. Es wird vermutet, dass bei kryptischen Merle-Hunden das mobile genetische Element im SILV-Gen verkürzt ist. Eine stabile genetische Reversion, d.h. ein spontaner Verlust der Erbanlage Merle (M) in Nach- kommen von Merle-Trägern ist mit einer (angenommen) Rate von 3-4% in der Literatur dokumentiert.

 

Folgende Genotypen sind möglich

mm: Das Tier ist reinerbig für das Wildtypallel. Die Anlage für die Fellfarbe Merle liegt nicht vor. Das Tier hat selbst die Fellfarbe: Non-Merle.

 

Mm: Das Tier ist mischerbiger Träger des für die Merle-Färbung verantwortlichen, defekten SILV-Gens und des Normalgens. Die Anlage für die Fellfarbe Merle wird mit einer 50%igen Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen vererbt. Das Tier hat selbst die Fellfarbe: Merle.

 

MM: Das Tier ist reinerbiger Träger des für die Merle-Färbung verantwortlichen, defekten SILV-Gens. Die Anlage für die Fellfarbe Merle wird mit einer 100%igen Wahr- scheinlichkeit an die Nachkommen vererbt. Das Tier hat selbst die Fellfarbe: Double-Merle

 

M(c)m: Das Tier ist mischerbiger Träger für das „kryptische“ Merle-Gen und das Normalgen. Das kryptische Merle-Gen wird mit 50%iger Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen vererbt. Das Tier hat selbst die Fellfarbe: Non-Merle (heterozygot „kryptisches“ Merle)

 

M(c)M(c): Das Tier ist reinerbig für das „kryptische“ Merle-Gen. Das kryptische Merle-Gen wird mit 100%iger Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen vererbt. Das Tier hat selbst die Fellfarbe: Non-Merle (homozygot „kryptisches“ Merle)

 

M(c)M: Das Tier ist mischerbig für das „kryptische“ Merle-Gen und das für die Merle-Färbung verantwortliche Merle-Defektgen. Das Merle-Defektgen (und das kryptische Merle-Gen) wird mit 50%iger Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen vererbt. Das Tier hat selbst die Fellfarbe: Merle (heterozygot „kryptisches“ Merle)

 

Die Zucht mit Merle-Trägern

Für die Zucht ist entscheidend, dass Merle-Tiere (Mm; tragen ein mutiertes Gen und ein normales Gen) die Merle-Erbanlage mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an ihre Nachkommen weitergeben. Bei der Verpaarung von zwei Merle-Tieren besteht also die Gefahr, dass ein Teil der Nachkommen reinerbige, Double-Merle Tiere sind, die die oben genannten gesundheitlichen Beeinträchtigungen aufweisen können. Merle-Tiere müssen aber nicht aus der Zucht ausgeschlossen werden. Verpaart man diese mit einem mm Tier (trägt zwei normale Genkopien), können die Nachkommen nur aus Non- Merle (mm) und Merle-Tieren (Mm) bestehen. Für den Züchter ist das frühzeitige Wissen um die genetische Veranlagung seiner Tiere von besonderer Bedeutung. Der Gentest gibt eine eindeutige Auskunft über das Vorliegen der genannten Mutation. Der Züchter kann so unter Berücksichtigung der Information über die genetische Veranlagung mögliche Anpaarungen genau planen.

 

Ein verantwortungsvoller Züchter wird aus den genannten Gründen kein Tier ohne vorherigen Gentest mit einem x-beliebigen anderen Catahoula verpaaren, um die Probleme von reinerbigen Merle-Tieren zu vermeiden!

 

Mögliche Genotyp-Kombinationen

Elternteil 1 Elternteil 2 Nachkommen
mm = non merle mm = non merle 100% der Hunde sind mm = non merle→ Träger der Vollpigmentierung des Fells
mm = non merle Mm = merle 50% der Hunde sind Mm = merle

50% der Hunde sind mm = non merle → Träger der Vollpigmentierung des Fells

mm = non merle MM = double merle 100% der Hunde sind Mm = merle
Mm = merle mm = non merle 50% der Hunde sind Mm = merle

50% der Hunde sind mm = non merle → Träger der Vollpigmentierung des Fells

Mm = merle Mm = merle 25% der Hunde sind mm = no merle → Träger der Vollpigmentierung des Fells

50% der Hunde sind Mm = merle

25% der Hunde sind MM = double merle → Achtung! schwere Gesundheitsschäden möglich!

Mm = merle MM = double merle 50% der Hunde sind Mm = merle

50% der Hunde sind MM = double merle → Achtung! schwere Gesundheitsschäden möglich!

MM = double merle mm = no merle 100% der Hunde sind Mm = merle
MM = double merle Mm = merle 50% der Hunde sind Mm = merle

50% der Hunde sind MM = double merle → Achtung! schwere Gesundheitsschäden möglich!

MM = double merle MM = double merle 100% der Hunde sind MM = double merle → Achtung! schwere Gesundheitsschäden möglich!

 

Fakt ist:DAS OPTISCHE ERSCHEINUNGSBILD SAGT REIN GAR NICHTS ÜBER DIE GENETISCHE VERANLAGUNG EINES HUNDES AUS! Nur durch einen fundierten Gentest kann nachgewiesen werden welche Gene jedes einzelne Tier trägt!

 

Ein Gentest ist mit Kosten von ca.60 Euro pro Tier verbunden. Ein geringer Preis für die Gesundheit von Welpen und die Möglichkeit zum Wohl einer gesamten Hunderasse beizutragen!

 

Folgende Labore bieten den Test an:

Labokolin & Biofocus